Geh wählen! Mach' schon. Wär echt knorke!
So, oder so ähnlich, werden die Wahlaufrufe der Listen aussehen, die du auf kleinen bunten Zetteln unter deinem Tablett in der Mensa findest.
Aber eigentlich kannst du mit dieser ganzen Wahl nicht besonders viel anfangen - und zudem quälen dich auch noch eine Menge Fragen?
Mit unserer Liste der am häufigsten gestellten Fragen wollen wir deiner Qual ein Ende bereiten. Solltest du nach der Lektüre dieser Liste noch mehr wissen wollen, dann kannst du uns jederzeit eine E-Mail schicken!
Die Fragen:
1. Warum soll ich überhaupt wählen gehen?
2. Was ist denn der Unterschied zwischen den Gremien der Studierendenschaft und denen der Uni-Selbstverwaltung?
3. AStA, StuPa, FBR... Was
bedeuten
denn die ganzen Abkürzungen?
4. Alle reden von 25 Prozent, die erreicht werden müssen - was hat es damit auf sich?
5. Kein Bock auf AStA?
6. Wo kann ich dann meine Stimme
abgeben?
7. Und was brauche ich, um zu
wählen?
8. Wie jetzt, nochmal - wie
geht das?
Die Antworten:
Warum soll ich überhaupt wählen gehen?
Also, grundsätzlich ist das die falsche Frage. Schließlich sind Wahlen dein demokratisches Grundrecht - und wer nicht wählen geht, der kann sich auch nicht beschweren, wenn "die da oben" seltsam entscheiden.
Aber bei dieser Wahl geht es auch darum, dass du als Studi das gestalten kannst, was an dieser Uni, an deinem Fachbereich und sogar in deinen Seminaren stattfindet. Du entscheidest darüber, wer deine Interessen in den Gremien der Studierendenschaft, dem Senat oder dem Fachbereichsrat vertreten soll.
Was ist denn der Unterschied zwischen den Gremien der Studierendenschaft und denen der Uni-Selbstverwaltung?
Das Grundgesetz garantiert die "Freiheit von Forschung und Lehre" - und deswegen verwaltet sich die Uni selbst. Alle "Statusgruppen" sind an der "akademischen Selbstverwaltung" beteiligt - das sind die Professorinnen und Professoren, die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die administrativ-technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich wir Studierende. Die Selbstverwaltung findet im Senat für die Uni und in den Fachbereichsräten für den Fachbereich statt. In allen Selbstverwaltungsgremien der Uni hat die Professorinnen- und Professorengruppe immer eine 50%-Mehrheit, damit ihnen niemand in Forschung und Lehre dazwischenfunken kann.
Die Studierendenschaft ist eine eigene Körperschaft an der Universität, in der alle Studierenden (und nur die) automatisch Mitglied sind. Auch wir verwalten uns selbst - in dem wir das Studierendenparlament (das dann den AStA bestimmt) und an den Fachbereichen die Fachschaftsräte (die die Studierenden am Fachbereich vertreten) ein mal im Jahr wählen. Aus den Mitgliedsbeiträgen, die ihr jedes Semester überweist, werden das Semesterticket, viele Beratungs- und Serviceangebote (Rechts-, Sozial- und BAföG-Beratung, AStA-Bus und vieles mehr), die Fachschaften (die z.B. die OEs durchführen) und die Vertretung eurer Interessen finanziert.
Ihr seht also - mit eurer Stimme könnt ihr ziemlich viel bewegen - vom Lehrprogramm über das Personal (in den Berufungskommissionen für die Profs sitzen auch eure studentischen Vertreterinnen und Vertreter!) bis hin zur Geldverteilung an die und in den Fachbereichen.
AStA, StuPa, FBR... Was bedeuten denn die ganzen Abkürzungen?
Kurz und knapp hier eine Aufstellung, für was ihr eigentlich wen wählt...:
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Das StuPa (Studierenden-Parlament) ist höchstes Organ der Studierendenschaft. Es wählt mit der Mehrheit der sich zu einer Koalition zusammenfindenden Listen den AStA und beschließt dessen Haushalt.
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Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) führt die Beschlüsse des Parlaments und der Koalition aus. Hier wird beispielsweise bestimmt, ob über eine Weiterführung des Semestertickets verhandelt wird, ob der Widerstand gegen die Einführung von Studiengebühren unterstützt wird, ob eine kostenlose Sozialberatung angeboten wird usw. Wenn man so will, ist er die "Regierung" der Studierendenschaft - wie die sich zusammensetzt, bestimmt das Parlament.
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Der FSR (Fachschaftsrat) ist die Vertretung der Studierenden am Fachbereich - setzt sich hauptsächlich für die Belange der Studierenden an ihrem Fachbereich ein. Hier wählt ihr eure Fachschafts-Vertreterinnen und -Vertreter.
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Der Senat trifft Entscheidungen, die für die gesamte Universität von Bedeutung sind (Sitzverteilung: 3 Studierende, 9 ProfessorInnen, 3 wissenschaftliche MitarbeiterInnen, 2 administrativ-technische MitarbeiterInnen).
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Der FBR (Fachbereichsrat) trifft fast alle Entscheidungen des Fachbereichs, wählt z.B. die Dekanin oder den Dekan, setzt Berufungskommissionen für neue Profs ein usw. (Sitzverteilung: 3 Studierende, 7 ProfessorInnen, 2 wissenschaftliche MitarbeiterInnen, 1 administrativ-technische/r MitarbeiterIn)
Alle reden von 25 Prozent, die erreicht werden müssen - was hat es damit auf sich?
Diese Wahl ist die zweite Wahl, die unter dem Stern des neuen Hochschulgesetzes steht. Sinkt die Wahlbeteiligung zum Studierendenparlament unter 25%, verliert die Studierendenschaft bis zu 75% ihrer Beiträge, die ihr jedes Semester an sie bezahlt. Das ist - logisch - schlecht für die studentische Vertretung, denn sie wird finanziell ausgetrocknet - und das ist schlecht für euch. Denn das heißt: Keine Beratungs- und Servicearbeit mehr, keine gute Vertretung eurer Interessen. Und dabei trifft es nicht nur den AStA, sondern auch die Fachschaften. Wichtige Dinge, wie etwa die kostenlose Sozial-, Rechts- oder BAföG-Beratung im AStA, die Orientierungseinheiten für Erstis an den Fachbereichen, Partys, Skriptverkauf und vieles mehr sind dann bedroht. Mit eurer Stimme unterstützt ihr die Selbstverwaltung mehr denn je - und das kommt euch zu gute!
Kein Bock auf AStA? Oder: Nichts für dich dabei?
Schade - aber: geh trotzdem wählen! Unterstütze wenigstens die Fachschaften! Du kannst deinen Stimmzettel auch ungültig kreuzen - ungültige Stimmen werden bei der Auszählung gesondert aufgeführt und zählen als Wahlbeteiligung! Damit kannst du trotzdem die Studierendenschaft unterstützen, auch wenn du keine StuPa-Liste wählst.
Wo kann ich dann meine Stimme abgeben?
In allen Wahllokalen! Es gibt dabei ständige Wahllokale und "Wanderurnen", die Tage- oder Stundenweise an bestimmten Punkten stehen. Wir kommen zu euch!
Eine wollständige Liste aller Wahllokale findet ihr hier
Und was brauche ich, um zu wählen?
Dich! Papier, Stift und Umschlag kommt von uns. Was du nicht brauchst: Die Wahlbenachrichtigung! Sie war dazu da, dich noch mal zusätzlich über die Wahl zu informieren. Was du brauchst: Einen Ausweis! Welchen genau, ist fast egal. Die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer müssen dich aber identifizieren können. Das geht mit jedem amtlichen Ausweis: Personalausweis, Reisepass, Konsularkarte, Führerschein... In Ausnahmefällen reicht auch der Studierendenausweis, wenn du Deine Identität glaubhaft nachweisen kannst, z.B. durch einen weiteren Ausweis - darüber entscheiden dann die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer ad hoc vor Ort!
Wie jetzt, nochmal - wie geht das?
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Zum Wahllokal gehen.
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Dort einem freundlichen Menschen seinen Ausweis geben.
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Der Mensch schaut in einem Computer nach, ob du wählen darfst...
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...und gibt Dir dann (wenn Du wahlberechtigt bist) vier Zettel und einen Umschlag.
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Damit gehst du in die Wahlkabine, machst Deine Kreuze (auf jedem Stimmzettel steht, wie viele Stimmen du hast) und tust alle Stimmzettel in den Umschlag, den du dann zu machst.
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Und der kommt in die Wahlurne.
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Fertig!